Lesereise 2014

Einladungskarte Lesereise 2014

Die Fachstelle Kultur ging im Herbst 2014 erstmals auf Lesereise mit den Empfängerinnen und Empfängern von Werk- und Anerkennungsbeiträgen im Bereich Literatur. Sie arbeitete dabei mit vier Kulturinstitutionen ausserhalb der Städte Zürich und Winterthur zusammen, die sich mit der Veranstaltung ausgesuchter Literaturanlässe einen Namen gemacht haben:

Pro Veranstaltung präsentierten drei der dieses Jahr unterstützten Autorinnen und Autoren Auszüge ihres Schaffens. Ein Mitglied der Fachgruppe Literatur begründete die Beiträge. Als Moderatorin der vier Leseabende trat die Zürcher Slam-Poetin Hazel Brugger auf.

Die Stationen der Lesereise

Samstag, 6. September, 20 Uhr
Philosophe Dielsdorf mit

  • Simona Ryser (Werkbeitrag)
  • Urs Faes (Anerkennungsbeitrag für „Sommer in Brandenburg“)
  • Silvia Tschui (Anerkennungsbeitrag für „Jakobs Ross“)

Würdigung: Regula Walser, Mitglied der kantonalen Kulturförderungskommission; 
Musik: Patricia Meier, Harfe; Moderation: Hazel Brugger


Freitag, 19. September, 20 Uhr
Gasthof Hirschen Eglisau mit

  • Daniel Mezger (Werkbeitrag)
  • Gertrud Leutenegger (Anerkennungsbeitrag für „Panischer Frühling“)
  • Jürg Schubiger (Anerkennungsbeitrag für „Nicht schwindelfrei“)

Würdigung: Martin R. Dean, Mitglied der kantonalen Kulturförderungskommission; 
Musik: Patricia Meier, Harfe; Moderation: Hazel Brugger



Sonntag, 5. Oktober, 11 Uhr
camera.lit.obscura Wetzikon mit

  • Andrei S. Mihailescu (Werkbeitrag)
  • Viola Rohner (Werkbeitrag)
  • Claudio Spescha (Anerkennungsbeitrag für die Übersetzung aus dem Surselvischen von Leo Tuor’s Erzählung „Cavrein“) mit Leo Tuor

Würdigung: Roman Bucheli, Mitglied der kantonalen Kulturförderungskommission;
Musik: Anna Trauffer, Kontrabass; Moderation: Hazel Brugger


Freitag, 24. Oktober 2014, 20 Uhr
Buchhandlung Scheidegger Affoltern a.A. mit

  • Sacha Batthyany (Werkbeitrag)
  • Eleonore Frey (Anerkennungsbeitrag für „Unterwegs nach Ochotsk“)
  • Roger Perret (Anerkennungsbeitrag als Herausgeber für «Moderne Poesie in der Schweiz»)

Würdigung: Irmgard Wirtz Eybl, Mitglied der kantonalen Kulturförderungskommission; Musik: Anna Trauffer, Kontrabass; Moderation: Hazel Brugger

Angaben zu Autorinnen und Autoren, Musikerinnen und zur Moderatorin

Simona Ryser (*1969) ist ausgebildete Opernsängerin und studierte Philosophie und deutsche Literatur an der Universität Zürich. Sie arbeitet als freischaffende Autorin, Hörspielregisseurin und Sängerin. Ihr erster Roman „Maries Gespenster“ erschien 2007 und wurde mit dem Studer-Ganz-Preis sowie dem Rauriser Literaturpreis ausgezeichnet. Für ihren zweiten Roman „Helenenplatz“ (Limmatverlag 2011) wurde Ryser mit Werkbeiträgen von Pro Helvetia, der UBS Kulturstiftung für Literatur und vom Kanton Zürich gefördert.

Urs Faes, 1947 im Kanton Aargau geboren und aufgewachsen, studierte Allgemeine Geschichte, Germanistik, Philosophie und Ethnologie. Ab 1970 arbeitete er als Journalist für Radio und verschiedene Zeitungen und ist heute als freier Schriftsteller tätig. Neben seinen Romanen, für die Urs Faes mit Werk- und Literaturpreisen der Pro Helvetia, der Kantone Solothurn und Zürich, 2001 und 2008 mit dem Schweizer Schillerpreis sowie 2013 mit dem Zolliker Literaturpreis ausgezeichnet wurde, hat der Autor auch Gedichte, Erzählungen, Theaterstücke und Hörspiele verfasst.

Silvia Tschui wurde 1974 in Zürich geboren. Sie studierte Germanistik, absolvierte die Fachklasse Visuelle Gestaltung an der ZHdK und erwarb 2000 das Lehrdiplom Oberstufe. 2003 machte sie ihren Bachelor in Grafikdesign und Animation in London und arbeitete vier Jahre als Animationsfilm-Regisseurin in London. Zurück in der Schweiz arbeitete sie als Grafikerin, Journalistin und Redaktorin und schloss 2011 ihr Bachelorstudium am Institut für literarisches Schreiben ab. Zurzeit arbeitet sie als Redaktorin bei Ringier in Zürich. „Jakobs Ross“ ist ihr erster Roman.

Daniel Mezger wurde 1978 geboren und wuchs in den Glarner Bergen auf. Er studierte Schauspiel an der Berner Hochschule für Musik und Theater und ist Absolvent des Schweizerischen Literaturinstituts in Biel. Seit 2004 arbeitet Mezger als freier Autor, Schauspieler und Musiker in Zürich. Sein Debütroman „Land spielen“ erschien 2012 bei Salis, wofür Mezger für den Rauriser Literaturpreis 2013 nominiert und mit dem Werkjahr der Stadt Zürich ausgezeichnet wurde.

Gertrud Leutenegger, geboren 1948 in Schwyz, studierte Regie an der Schauspielakademie Zürich. 2010 wurde sie in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt berufen. Ihre Werke wurden bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1986 mit dem Preis der Schweizerischen Schillerstiftung für ihr bisheriges Gesamtwerk, 1999 mit dem Innerschweizer Kulturpreis sowie 2009 mit dem Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank.

Jürg Schubiger, 1936 in Winterthur geboren und in Zürich aufgewachsen, studierte Germanistik, Psychologie und Philosophie und schloss mit einer Dissertation über Franz Kafka sein Studium ab. Er war anschliessend im Verlag seines Vaters tätig und arbeitete ab 1979 als Psychologe in eigener Praxis. Jürg Schubiger ist besonders für seine Kinder- und Jugendbücher bekannt und wurde unter anderem zweifach mit dem Schweizer Jugendbuchpreis, dem Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank sowie 2008 mit dem Hans-Christian-Andersen Preis ausgezeichnet.

Andrei S. Mihailescu wurde 1965 in Bukarest geboren und flüchtete 1981 in die Schweiz. Er studierte Informatik an der ETH, später Politikwissenschaft und Ethnologie an der Universität Zürich. Mihailescu ist als Informatiker tätig und engagiert sich in zahlreichen Kultur- und Menschenrechts-Projekten mit Fokus Osteuropa. „Fallzeit“ wird sein erster Roman.

Viola Rohner wurde 1962 in Männedorf geboren. Sie studierte Germanistik und Geschichte in Zürich und Berlin und ist tätig als Gymnasiallehrerin für Deutsch und Literarisches Schreiben in Baden und Dozentin für Szenisches Schreiben am EB-Zürich. Viola Rohner schreibt Prosa, Kinderbücher und Theaterstücke und wurde für ihre Arbeiten mit Werkbeiträgen der Pro Helvetia, des Kantons Appenzell Ausserrhoden und Migros Kulturprozent unterstützt.

Claudio Spescha (*1971) schloss 2003 sein Studium der Romanistik an der Universität Zürich ab. Er arbeitet als Bundeshauskorrespondent für die Radiotelevisiun Svizra Rumanschta RTR und als Übersetzer für Rätoromanisch, so für die Werke von Leo Tuor und Gion Mathias Cavelty. Claudio Spescha ist Mitglied im Stiftungsrat der Schweizerischen Schillerstiftung.

Leo Tuor (*1959) wuchs in Rabius und Disentis auf und studierte Philosophie, Geschichte und Literatur in Zürich, Fribourg und Berlin. Er schreibt in Rätoromanisch Erzählungen, Essays, Kolumnen, Kurzgeschichten und Beiträge für Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien und arbeitet daneben für Radio und Fernsehen sowie als Übersetzer und Herausgeber. 2004 wurde der Autor mit dem Hubert Burda Preis für junge Lyrik und 2007 mit dem Einzelwerkspreis der Schweizerischen Schillerstiftung ausgezeichnet.

Sacha Batthyany ist 1973 als Sohn ungarischer Einwanderer in Zürich geboren. In Zürich und Madrid studierte er Soziologie und Geschichte sowie Journalismus am Medienausbildungszentrum MAZ in Luzern. Batthyany ist stellvertretender Chefredakteur von DAS MAGAZIN und Dozent am MAZ.

Eleonore Frey, geboren 1939 in Frauenfeld, studierte Germanistik, Romanistik und Komparatistik an der Universität Zürich und der Sorbonne. 1982 bis 1997 war sie Titularprofessorin für neuere Deutsche Literatur in Zürich. Eleonore Frey schreibt erzählende Prosa und Essays und ist als Übersetzerin des Englischen und Französischen tätig. Neben diversen Stipendien erhielt die Autorin 2002 den Werkpreis der Schweizerischen Schillerstiftung sowie 2007 den Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank.

Roger Perret, geboren 1950 in Zürich, studierte Philosophie, Literaturkritik und Komparatistik in Zürich. Er war lange als Projektleiter Darstellende Künstle und Literatur bei der Direktion Kultur und Soziales des Migros-Genossenschafts-Bundes tätig und ist Herausgeber von Werken Schweizer Autoren.

Hazel Brugger, 1993 in San Diego geboren und in Dielsdorf aufgewachsen, gewann mit ihrem schwarzen Humor bereits im Alter von Siebzehn ihren ersten Poetry-Slam und ist amtierende Schweizer Meisterin. Brugger schloss das Gymnasium in Bülach ab und studiert Philosophie und Literatur.

Patricia Meier wurde 1981 in Zürich geboren. Ihre musikalische Grundausbildung erfolgte ab dem sechsten Lebensjahr am Klavier, mit 13 Jahren kam das Harfenspiel dazu. Die Musikerin und Neuropsychologin hat schweizweit vielseitige Engagements bei diversen Orchestern und Ensembles, als Solistin sowie als Harfe- und Klavierlehrerin. 2007 gewann sie mit der Swing-Formation Sparkling Diamonds den Kleinen Prix Walo in der Sparte Band.

Anna Trauffer interpretiert als singende Bassistin zeitgenössische Literatur unter anderem im Ensemble für neue Musik Zürich. Sie komponiert Theatermusik und produziert Klanginstallationen. 2006 gewann sie den Spezialpreis für die beste Interpretation des zeitgenössischen Pflichtstückes von Daniel Glaus am internationalen Kontrabasswettbewerb in Bern.